Die Finanzbranche soll der Realwirtschaft dienen

Die Regulierung sollte dieses Kredo stärker berücksichtigen – Hochspekulative Finanzinstrumente sind zu verbieten

Ein Artikel von unserem Vorstandssprecher Thomas Jorberg in der Börsen-Zeitung vom 23.2.2011

Leistungsfähigkeit, internationale Wettbewerbsfähigkeit, Markteffizienz, Wachstum, Marktstabilität, Risikotragfähigkeit sowie das wiederzuerlangende Vertrauen sind Schlüsselbegriffe in der Diskussion um eine Finanzmarktreform. Was aber ist die Messlatte für die Leistungsfähigkeit des Finanzmarktes? Diese Frage kann nicht ohne eine andere, grundlegendere beantwortet werden: Was ist die eigentliche Kernaufgabe einer Bank? Die Antwort ist im Grunde simpel: Es ist die Entsorgung und Versorgung der Realwirtschaft mit Geld.

Hier geht es zum gesamten Artikel >>

  1. Jan-Peter Homann

    Hallo Frau Schneeweiß,
    Vielen Dank für ihre ausführliche Antwort vom 7.3. 2011. Es bleibt bei mir allerdings der Eindruck, dass die GLS-Bank sich scheut, Misstände im Genossenschaftlichen Bankensektor offen anzusprechen. Ich denke z.B., dass ein Interview von Th. Jorberg klaren Stellungnahmen in einem Magazin wie z.B. der ZEIT mit einiges bewegen könnte.
    Ich erwarte jedenfalls als Genosse der GLS-Bank, dass die GLS-Bank in diese Richtung tätig wird.
    Sehen Sie eigentlich eine Möglichkeit, dass das Thema auf der Mitgliederversammlung dieses angesprochen werden könnte ?

    Beste Grüße
    Jan-Peter Homann

    • Bettina Schmoll

      Hallo Herr Homann,
      danke für Ihre Nachfrage.
      Sie können das Thema auf der Generalversammlung ansprechen; hier kann jedes Mitglied im Anschluss an den Geschäfts- und Lagebericht des Vorstandes Fragen stellen.
      Sie haben auch die Möglichkeit, Anträge für die Tagesordnung der Generalversammlung gemäß § 28 Abs. 4 einzureichen. Die nächste Generalversammlung ist am 24./25.6.
      Zum ersten Teil Ihrer Frage können wir nur wiederholen, dass wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten für eine nachhaltigere Entwicklung auf den Finanzmärkten einsetzen und unser Vorstandssprecher Thomas Jorberg in den Medien entsprechend Stellung bezieht.
      Viele Grüße
      Bettina Schmoll

  2. Jan-Peter Homann

    Hallo,
    Am 1. März habe ich einen Kommentar zum Thema Fehlentwicklungen im genossenschaftlichen Bank-Sektor gegeben, und um eine Stellungnahme seitens der GLS-Bank gebeten.

    Kommt da noch was ?

    beste Grüße
    Jan-Peter
    GLS Genosse 1101772

    • Eva Schneeweiss

      Lieber Jan-Peter Homann,

      herzlichen Dank für die Rückfrage, die wir gerne beantworten. Bitte entschuldigen Sie, dass unsere Antwort etwas länger gedauert hat.
      Als Genossenschaftsbank sind wir Teil des genossenschaftlichen Verbands, d.h. unsere Kunden können die Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker nutzen, wir sind an das Rechenzentrum angeschlossen und gehören der Sicherungseinrichtung an. Die Westdeutsche Genossenschaftszentralbank (WGZ) ist unsere Zentralbank, bei der wir den Großteil unserer Bankanlagen investieren (siehe dazu unsere Eigenanlagen). Im Corporate Rating der Rating Agentur oekom research AG wurde die WGZ Bank Gruppe mit dem Investmentstatus Prime ausgezeichnet. Diesen Prozess haben wir mit angestoßen und dort unseren Einfluss geltend gemacht.

      Die GLS Bank ist in der deutschen Bankenlandschaft – und im genossenschaftlichen Verbund – trotz des starken jährlichen Wachstums noch immer relativ klein. Der Einfluss, den wir gegenüber Instituten wie der DZ Bank direkt ausüben können, ist daher leider recht gering. Dennoch setzen wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten für eine nachhaltigere Entwicklung auf den Finanzmärkten ein. So sind wir beispielsweise Gründungsmitglied der 2009 ins Leben gerufenen „Global Alliance for Banking on Values“ (GABV) – ein Bündnis aus internationalen Nachhaltigkeitsbanken, das seine Kräfte und sein Know-how bündelt, um gemeinsam Impulse zu setzen. Am vergangenen Wochenende haben unsere Vorstände an einem Treffen der Allianz teilgenommen. Die Themen und Ergebnisse der Konferenz sind auf der Internetseite der GABV nachzulesen.

      Über die GABV hinaus sind wir bereits seit vielen Jahren im Bündnis INAISE (Investors of the Social Economy) aktiv und positionieren uns in der Öffentlichkeit klar zu den aus unserer Sicht notwendigen Regulierungsmaßnahmen für den Finanzmarkt.

      Wir werden auch in Zukunft in unserer Pressearbeit, bei Vorträgen, Podiumsdiskussionen und in unserem Netzwerk unserer Position Nachdruck verleihen, denn: Steter Tropfen höhlt den Stein.

  3. Jan-Peter Homann

    Grundsätzlich richtige Ansätze,
    die ich als Genosse der GLS Bank voll unterstütze. Die gemachten Vorschläge müssen von der Politik umgesetzt werden. Es gibt aber einen Bereich, bei dem ich mir wünsche, dass die GLS Bank aktiver wird:
    Klare Nutzung sämtlich zu Verfügung stehender Möglichkeiten, um Fehlentwicklungen im genossenschaftlichen Banken-Sektor zu beenden, von dem die GLS Bank ein Teil ist.
    Dazu gehören aus meiner Sicht insbesondere:
    – Schließung von Tochtergesellschaften auf dem Cayman Islands und anderen Offshore-Finanzplätzen
    – Schließung von nicht genossenschaftlich organisierten Tochtergesellschaften im Ausland, die augenscheinlich der Steuerhinterzie… (ich meine natürlich Steueroptimierung ;-) für reiche und superreiche Kunden des genossenschaftlichen Bankenverbundes dienen.
    Deutliche Reduzierung des gehaltenen Derivatevolumens der DZ-Bank (das sog. nominale Volumen der von der DZ-Bank gehalten Derivate entspricht mehr als dem Hundertfachen des Eigenkapitals)
    Selbstbeschränkung des Vertriebs von Derivaten zur ausschließlichen Absicherung realwirtschaftlicher Transaktionen an Kunden aus der Realwirtschaft.

    Ich würde mich freuen zu meiner Einschätzung eine Antwort zu bekommen.

    Mit besten Grüßen
    GLS Genosse Nr. 1101772

  4. Ja, das sind schon grundsätzlich sehr richtige Gedanken, die Thomas Jorberg hier ausspricht. Die wesentliche Frage ist aber, ob diese Gedanken auch jemals realisiert werden, oder ob es dabei bleibt, dass der Staat (also letzten Endes wir) der Großindustrie unter die Arme greift um mit unseren Gehältern deren Fehler auszugleichen. Das war ja nicht nur die Finanzkrise. Auch Nokia (und unzählige andere) hat von unseren Steuergeldern profitiert. und das Schlimmste: Diese Liste läßt sich beliebig fortsetzen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.