Smart Green Demoday im Kreativpark Lokhalle

Unter Engeln – GLS Startup macht gute Unternehmen möglich

Endlich kann Michael Philipp „Ja“ sagen zu jungen Unternehmer*innen, wenn sie ihn fragen, ob die GLS Bank sie auch schon in einem sehr frühen Stadium finanzieren kann. Dafür hat die Bank vergangenes Jahr eigens „GLS Startup“ ins Leben gerufen. Seither ist Projektleiter Philipp in der Welt von „Hubs“, „Inkubatoren“ und „Acceleratoren“ unterwegs, spricht von Pre-Seed, Seed, Prototypen, Proof of Concept, Markteintritt und Wachstumsphasen.

Geschäftsideen verwirklichen

Michael Philipp, GLS Startup
Michael Philipp

„Wir wollen Dinge möglich machen!“ Das ist Michael Philipp wichtig. „Gute Ideen scheitern leider zu oft am fehlenden Geld.“ Der 44-jährige Kaufmann hatte zuvor bereits zwei Jahre lang mit der von ihm mit aufgebauten GLS Crowd Geld für nachhaltige Wachstumsunternehmen gesammelt. „Viele interessante Anfragen mussten wir leider ablehnen, weil sie noch nicht reif für ein Crowdinvesting waren. Häufig war die Machbarkeit, der Proof-of-Concept, noch nicht nachgewiesen. Oder es fehlte das notwendige Eigenkapital. Mit GLS Startup haben wir jetzt auch für solche Unternehmen das passende Instrument.“

Während die GLS Crowd Nachrangdarlehen vermittelt – das sind rückzahlbare Kredite – wird die GLS Bank mit GLS Startup Miteigentümerin an den Zukunftsunternehmen. Entwickeln sie sich positiv, erhält die Bank daran ihren Anteil. Gleichzeitig trägt sie auch das Risiko, falls es wirtschaftlich nicht wie geplant läuft. Anders als bei einem Kredit steht die Sicherheit eher im Hintergrund.

Wie ein Business Angel

Darüber hinaus ist die GLS Bank Sparringspartner und Coach für kaufmännische und strategische Fragen. Das reicht von der Frage, welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt oder wie Investoren ticken und was ihnen wichtig ist über den Check eines Business Plans bis hin zur Erklärung von Rechtsformen und Insiderwissen zu Branchen. Außerdem haben Startups Zugang zum GLS Netzwerk mit spannenden anderen Akteuren und vielen Möglichkeiten des Austauschs. GLS Startup arbeitet damit wie ein Business Angel, frei übersetzt „Unternehmensengel“. Das sind oft selbst erfolgreiche Gründer*innen und Manager*innen, die Jungunternehmen die entscheidende Anschubhilfe geben.

Ein Leben lang

Für die GLS Bank schließt sich ein Kreis. Egal wie „alt“ ein Unternehmen ist – ob gerade erst geboren oder vor der Übergabe an die nächste Generation – kann die Bank es über seine ganze Entwicklung hinweg begleiten. Braucht es am Anfang eher Anschubkapital oder Tipps zur Strategie und Budgetplanung, sind es später klassische Bankinstrumente wie Kredite oder Bürgschaften. Und immer auch Zahlungsverkehr. „Da gab es schon manches Aha-Erlebnis“, erinnert sich Michael Philipp. „Wenn zum Beispiel einem Gründer klar wurde, dass ein Geschäftskonto bei einer Bank, die noch in fossile Energien oder Waffen investiert, nicht mit seiner nachhaltigen Idee vereinbar ist.“

Irgendwann wird dann der Punkt erreicht, an dem sich die GLS Bank die Frage stellt, ob sie ihre Gesellschafterstellung aufgibt oder nicht. „Da wir anders als viele klassische Investoren nicht vorrangig ausstiegsgetrieben sind, entscheiden wir das im Einzelfall“, erklärt Michael Philipp. „Dennoch wollen wir auch bei einem Ausstieg der bevorzugte Partner für alle Themen rund um das Bankgeschäft bleiben.“

Startups im Kommen

Auch wenn Deutschland kein Silicon Valley ist, gibt es in manchen Städten und Regionen eine rege Startup-Szene, darunter Berlin, Hamburg und München. Und auch im Ruhrgebiet, der Heimatregion der GLS Bank, entwickelt sie sich gerade. „Politik und Unternehmen haben erkannt, dass sich etwas tun muss in Sachen Gründung“, sagt Philipp. Und schließlich bringen Startups mit ihrem Know-how und neuen Technologien frischen Wind in etablierte Unternehmen.

Wer passt?

Die Nachfrage nach Startkapital ist groß. Wer aber passt zu GLS Startup? „Das Unternehmen sollte ein innovatives Geschäftsmodell aufweisen, vorzugsweise maximal eineinhalb Jahre alt sein oder kurz vor der Gründung stehen. Es muss nachhaltig sein, gerne mit Schwerpunkt grüne Technologien, erneuerbare Energien oder Mobilität“, zählt Michael Philipp auf. „Auch Sozialunternehmen passen zu uns.“ Idealerweise handelt es sich um eine GmbH oder eine Unternehmergesellschaft mit Sitz in Deutschland, hinter dem ein Gründungsteam steht, das sich gut ergänzt. Philipp rechnet mit fünf bis sechs Eigenkapitalfinanzierungen pro 100 Anfragen.

Kreativpark Lokhalle Freiburg
Kreativ in Containern

Freiburg, Nähe Hauptfriedhof und Messe: Im Kreativpark sind hinter den roten Backsteinmauern einer ehemaligen Lokhalle in aufeinander gestapelten, verglasten Containern kreative Köpfe am Werk. Das Gründerzentrum Grünhof hat hier – finanziert von der GLS Bank –  Begegnungs- und Arbeitsräume sowie eine Bühne für angehende und junge Gründer*innen geschaffen. Im Smart Green Accelerator feilen sie mit Vertreter*innen von Unternehmen wie Alnatura und EWS Schönau an Geschäftsmodellen, Finanzplänen, Markteintritts- und Marktdurchdringungsstrategien.

„Startups brauchen Finanzberatung“, sagt Konrad Pfitzer, Partnermanager des Accelerators. „Dabei haben wir sofort an die GLS Bank gedacht, denn bei uns ist Nachhaltigkeit genauso Teil unserer Identität wie bei ihr.“ Schon mehrmals waren GLS Mitarbeiter zur Einzelberatung vor Ort. Immer mit sehr positivem Feedback. Pfitzers nächstes Ziel ist es, GLS Startup mit dem Pre-Seed Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg zusammenzubringen und noch mehr nachhaltige Unternehmensideen voranzubringen.

Erste Verbindung

Kurz vor Weihnachten 2018 war es dann so weit. Als erstes Jungunternehmen erhielt die sustainabill GmbH Risikokapital von GLS Startup. Die Kölner Firma hat eine Cloud-Plattform entwickelt, über die Produzenten alle Teile ihrer Lieferkette sichtbar machen können. „Wir passen gut zusammen“, findet Michael Philipp – und hat „Ja“ gesagt.

Photos Kreativpark: Klaus Polkowski

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