e-mobil: GLS Ladestation Bochum mit giro-e

Einmal volltanken: GLS Bank bringt Mobilitätswende voran

Wir fahren, fahren, fahren. Was wir vergessen haben: Dafür brauchen wir das Auto gar nicht. Die Zukunft heißt nicht Auto, sondern Mobilität. Es braucht eine Mobilitätswende.

64 Millionen Fahrzeuge düsten im Frühjahr 2018 über Deutschlands Straßen, 7,3 Millionen KFZ-Anhänger inklusive. 1,1 Millionen mehr als im Vorjahr. Knapp 100.000 davon waren E- oder Hybridautos. Dass das Verkehrswachstum ohne gravierende Schäden für Mensch und Umwelt so nicht weitergehen kann, liegt auf der Hand. Die Politik versucht mit Förderprogrammen, Grenzwerten und Klimaabkommen unsere Mobilität (umwelt)verträglicher zu machen. Manch eine*r steigt aufs E-Auto um oder nutzt lieber gleich den ÖPNV oder das Fahrrad. Und was macht die GLS Bank? „Wir benötigen zukunftsweisende Mobilitätskonzepte rund um das ‚Sharing‘ und saubere Antriebe zum Schutz unserer Umwelt“, sagt GLS Vorstand Dirk Kannacher. Ziel ist eine Mobilitätswende.

Einfach Bezahlen mit Giro-e

GLS StreetScooter
GLS Vorstand Dirk Kannacher mit StreetScooter

Konkret arbeitet die GLS Bank zurzeit intensiv daran, im ganzen Bundesgebiet an E-Ladesäulen einfaches Bezahlen mit der kontaktlosen GiroCard anzubieten: Karte vorhalten, laden, fertig. Giro-e heißt die Bezahl-Software, die das möglich macht. An unserem Standort in Bochum haben wir sie schon erfolgreich getestet. Vor kurzem hat in Warendorf der erste GLS Kunde eine Schnell-Ladesäule (DC) mit Giro-e in Betrieb genommen. Weitere werden in den nächsten Wochen bundesweit folgen – so soll es möglichst schnell weitergehen.

Christoph Hülsdünker, GLS Mobilitätsreferent
Christoph Hülsdünker, GLS Mobilitätsreferent

„Batteriebetriebene Autos sind ein Teil der Lösung. Und irgendwo müssen sie aufgeladen werden“, erklärt Christof Hülsdünker, Mobilitätsreferent bei der GLS Bank. Nur die Lademöglichkeiten fehlen häufig. Mittlerweile kommt auf neun E-Autos eine Ladesäule, allerdings ist in den Städten die Dichte deutlich höher als auf dem Land. Kompliziert ist zudem das Bezahlen. In der Regel schließen die Fahrer*innen eigens einen Vertrag mit dem jeweiligen Betreiber der Ladesäule. Der liefert dafür eine extra „Tankkarte“. „Giro-e macht damit Schluss“, sagt Hülsdünker. „An allen Stationen mit Giro-e kann man den „getankten Strom“ einfach mit der kontaktlosen GiroCard bezahlen.“ Von diesen sind zurzeit 35 Millionen im Umlauf. Nach Umstellung aller Karten auf kontaktlos, wird es zukünftig rund 75 Millionen geben. Mehr barrierefreies Ad-Hoc-Laden, wie es die Ladesäulenverordnung (LSV) verlangt, geht nicht. Beste Voraussetzungen für den Giro-e Ausbau.

Betreiber von Giro-e-Ladesäulen müssen ihr Geschäftskonto bei der GLS Bank führen, damit die Bank ihnen die Ladeumsätze gutschreiben kann. Dazu werden sie Mitglied der Genossenschaftsbank und zahlen wie alle den GLS-Beitrag von 5 Euro monatlich.

Starke Partner

Als Partner für die Entwicklung von Giro-e haben wir den Ladesäulenhersteller EBG Compleo gewinnen können, der die Bezahl-Software jetzt in seinen Säulen anbietet. „Mit unserer eigenen EBG-Ladesäule in Bochum haben wir gute Erfahrungen gemacht“, so Hülsdünker „deshalb lag die Kooperation nahe.“ Das Unternehmen aus Lünen hat weltweit 13.000 Ladepunkte ausgeliefert (Stand heute). Giro-e ist – bei entsprechender Anpassung der Kontaktlos-Schnittstelle – auch für Ladestationen anderer Hersteller einsetzbar.
Ein weiterer Partner sind die Elektrizitätswerke Schönau, die den regenerativen Lade-Strom liefern, wenn der Betreiber nicht bereits mit 100% Ökostrom versorgt wird. So verlangt es die LSV.

Geschäftsfeld Mobilität

Die GLS Bank hat die Lade-Software extra entwickeln lassen. „Als nachhaltige Bank sind wir an einer unkomplizierten Bezahlmöglichkeit an E-Ladestationen interessiert. Nach Abschluss der Projektphase werden wir im Herbst entscheiden, worauf wir unsere Tätigkeiten in einem möglichen Geschäftsfeld „Mobilität“ konzentrieren wollen“, meint Hülsdünker.

Der Mix macht‘s

Der Mobilitätsreferent weiß, dass E-Mobilität Licht und Schatten hat. „Beim Abbau der benötigten Rohstoffe ist selbst Kinderarbeit nicht auszuschließen. Genau wie beim Verbrenner gibt es Feinstaubentwicklung durch Abrieb von Bremsen und Reifen. Auch das E-Fahrzeug braucht Straßen und Parkflächen und steht mit den Verbrennern im gleichen Stau. Natürlich fährt man mit dem E-Auto sauberer als mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.“ Das ist vor allem für die Ballungsräume entscheidend, wo jeden Tag der Berufsverkehr enorme Belastungen verursacht.

Mobilität ist ein menschliches Bedürfnis mit vielen Aspekten. Deshalb befürwortet die GLS Bank einen Mobilitätsmix aus Fahrrad, ÖPNV, Bahn, Leasing, Sharing, e-Fahrzeugen, Brennstoffzellenfahrzeugen, ebenso wie eine CO2-Abgabe und den Ausstieg aus der Kohle. Allein die Endlichkeit der fossilen Treibstoffe arbeitet für eine umweltverträglichere Mobilität. Hülsdünker ist davon überzeugt, dass jede*r zur Mobilitätswende beitragen kann. „Wir unterstützen alle unsere Kunden*innen und Mitglieder darin, die dieses Ziel verfolgen.“

Mobilitätswende mit der GLS Bank

E-Flotte der GLS Bank / MobilitätswendeWir finanzieren unsere Kunden im Bereich Mobilität und Erneuerbare Energien, z. B. Nextbike und Bürger Energie Genossenschaft, bieten Leasing des elektrisch betriebenen StreetScooter und beraten zu Förderprogrammen für E-Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur, zu denen Interessierte ebenfalls unsere Expertise nutzen können.

Fotos: GLS Bank

  1. Toller Ansatz. Aber es braucht mehr Ideen und vor allem Unsetzungen. Denkt die GLS Bank auch darûber nach wie den Verkehr in den Stàdter zurückgebracht werden kann und wie die Mobilität mittels Fahrrader oder eBikes gefördert, vor allen in den Städter, werden kann?

    • Bettina Schmoll

      Hallo Marc,
      ja, Sharing, Förderung von Radverkehr und e-Bikes und Reduzierung von VErkehr mit Verbrennungsmotoren gehören auch dazu. Wir finanzieren und unterstützen z.B. Lastenräder in verschiedenen Städten Bochum, Frankfurt, Freiburg und Hamburg. Außerdem haben wir mit stattauto Car-Sharing GmbH Anfang der 1990er Jahre eines der ersten Carsharing-Modelle finanziert. Zu unseren Kunden zählen E-Taxi-Unternehmen und Mobilitätsberater*innen.
      Viele Grüße
      Bettina

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