Mikrofinanzangebot übertrifft alle Erwartungen

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Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat uns Anfang 2010 den Auftrag zum Aufbau des Mikrofinanzgeschäfts in Deutschland gegeben. Seither wurden mehr als doppelt so viele Kredite vergeben als geplant.

Die Nachfrage nach Mikrokrediten in Deutschland wächst stetig: „Nach knapp zwei Jahren Mikrofinanzangebot ziehen wir eine mehr als positive Bilanz“, resümiert Falk Zientz, Leiter Mikrofinanz in der GLS Bank. „Bislang haben wir rund 6.630 Mikrokredite mit 39,8 Mio. Euro vergeben, ursprünglich geplant waren in diesem Zeitraum 2.400 Kredite.“ Auch die Zahl der kooperierenden Mikrofinanzinstitute (MFI), die regional die Kreditberatung übernehmen, konnte unser Team von 10 auf bundesweit 45 ausweiten.

Das Programm läuft noch bis 2015. Geplant ist, bis dahin insgesamt 25.000 Kredite zu vergeben. Um das Angebot bei potentiellen Kreditnehmern noch bekannter zu machen, starten wir gemeinsam mit dem Ministerium jetzt eine deutschlandweite Kampagne, die beispielhaft erfolgreiche Kreditgeschichten erzählt.

Zur Kampagnenseite: www.mein-mikrokredit.de

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Kommentar zu Mikrofinanzangebot übertrifft alle Erwartungen

  • Andre D.

    Moin zusammen,

    mich verwirrt der Artikel.

    Er würde mich weniger verwirren, wenn die Überschrift “MikrofinanzNACHFRAGE übertrifft alle Erwartungen” und der zweite Satz “seither wurden mehr als doppelt so viele Kredite vergeben wie ERWARTET” lauten würde.

    Und selbst dann bliebe immer noch die Frage offen, warum mit recht hohem Aufwand (professionelle Story-Darstellung) ein Programm nochmals beworben wird, dessen Erfolg schon doppelt so groß ist, wie man dachte.

    Das derzeitige Wording (“ANGEBOT”, “GEPLANT”) finde ich, je länger ich darüber nachdenke, sogar tendenziell verstörend. Dann wenn das stimmt, dann soll die Werbekampagne ja dafür sorgen, dass das (größer als geplante) Interesse der KreditGEBER auf genügend Nachfrage trifft.

    Die derzeitigen sechs Stories klingen ganz schön nach Ich-AG. Im Zusammenhang damit, dass in den letzten vier Jahren zwei Mal die Berechnungsmethode für die Arbeitslosenquote geändert wurde, kauft sich die Bundesregierung hier wohl ein Häppchen kreditfinanziertes Jobwunder im Niedriglohnbereich?

    Warum sind Mikrokredite überhaupt hierzulande notwendig? Sind die Aussichten für den zweiten Kiosk denn so schlecht? Warum gilt ein Kredit über 10.000 Euro noch als Mikrokredit?

    Wie man auch anhand der sechs Beispielprojekte sehen kann, sind Mikrokredite vorrangig im Dienstleistungsbereich unterwegs, der im Fall, dass Menschen sparen müssen, besonders rasch darunter leidet (Verzicht auf die Morgenzeitung, Verzicht auf die Autoreparatur, etc; leicht verzögert gilt das unter schweren Bedingungen sogar für Kinderbetreuung). Daher ist das Geschäft mit Mikrokrediten hochgradig zyklisch.

    Gedankenexperiment: In wenigen Jahren, wenn Deutschland gezwungen sein wird, gemeinsam mit ein bis drei anderen Staaten die bis dahin weiter zerfallende Eurozone zu verlassen, wird es zu Turbulenzen kommen, die nicht so stark sein werden wie gern dargestellt wird, aber stark genug, damit die Masse der Menschen schauen muss, wie sie finanziell zurechtkommt. Dann werden 80% dieser Kredite gleichzeitig faul.

    Hoffen wir mal, dass das gutgeht.

    Reply

    • GLS Online-Redaktion

      Das Mikrokreditangebot haben wir seit dem Jahr 2000 aufgebaut, weil viele Existenzgründer oder Kleinstunternehmer aufgrund der geringen Kreditsumme keine klassischen Bankkredite erhalten. Eine Studie der Bundesregierung hat diese Finanzierungslücke 2009 bestätigt. In der Regel handelt es sich um einen Finanzierungsbedarf, der bei wenigen hundert bis tausend Euro liegt. Oft werden mehrere Stufenkredite zum schrittweisen Aufbau einer Tätigkeit vergeben.

      Die Kampagne haben wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) auf den Weg gebracht, weil der Zugang zum Mikrokredit bislang noch stark vom Zufall abhängt, ob ein Unternehmer bereits ein Mikrofinanzinstitut kennt oder nicht. Die Kampagne soll ein weiterer Schritt in die Richtung eines flächendeckenden Angebotes sein, sodass möglichst alle Kleinstunternehmen ohne Zugang zu Bankkrediten davon erfahren. Realistischer Weise rechnen wir damit, dass dies noch einige Jahre dauern wird. Dafür ist die Kampagne aber ein wichtiger Schritt.

      Die wesentlichen Branchen sind Gastronomie, Einzelhandel, Handwerk und Dienstleistungen. Ihre Beispiele “Morgenzeitung” und “Autoreparatur” fallen nicht unter Dienstleistungen, sondern unter Einzelhandel und Handwerk. Unternehmenskredite weisen selbstverständlich auch konjunkturabhängige Risiken auf. Doch sind wir nicht der Ansicht, dass deshalb weniger Unternehmenskredite vergeben werden sollten. Im Gegenteil: Es kommt sehr auf unternehmerisches Handeln an.

      Viele Grüße
      Falk Zientz
      Leiter Mikrofinanz GLS Bank

    • Andre D.

      Danke, Herr Zientz.

      Sie haben selbstredend Recht, was die Branchen angeht.

      Ich dachte, dieses Feld würde hierzulande die KfW bestellen, auf deren Abgebote man, so weit ich weiß, auch bei jeder durchschnittlichen Gründungsberatung hingewiesen wird. Im Fall von Einzelhandel und Handwerk ist meines Wissens auch ohnehin Kontakt zu den jeweiligen Kammern aufzunehmen, von denen man schon aus reinem Selbstzweck sehr eng betreut wird, und die sicherlich auch jede passende Broschüre zur Hand haben.

      Wenn die Regel wirklich ein Finanzierungsbedarf ab wenigen hundert Euro ist, hoffe ich, dass die Kreditsuchenden auch wirklich die Kampagne im Internet finden. Ich hätte erstmal gedacht, dass die klassischen Multiplikatoren zentraler Erfolgsfaktor wären.

      Jedenfalls viel Glück!

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